Mein neues Leben: Studium und erste eigene Wohnung.


Sechshunderteinunddreißig. So viele Kilometer trennen nun mich und meine Heimat voneinander.
Von Schleswig-Holstein nach Bayern, vom Norden in den Süden, vom Meer zu den Bergen.

Weg von meinem vertrauten Umfeld in ein neues, unbekanntes Leben.
Ich weiß, dass die Meisten solche Veränderungen als Chance für einen Neuanfang sehen - aber ich brauchte keinen Neuanfang.
Ich bin glücklich mit mir und meinem Leben, meinen Bezugspersonen, meiner Heimat.

Aber manchmal muss man eben raus aus seiner Comfortzone, um neue Türen für die Zukunft zu öffnen.
Und wenn es dann nun einmal eine Universität in Bayern wird, dann versucht man, das Beste daraus zu machen.

Nun wohne ich bereits zwei Wochen hier und es kommt mir vor wie Ewigkeiten.
Wir haben die erste Woche wirklich genutzt und sind zu jeder Veranstaltung gegangen, die sich für Erstsemestler finden ließ.
Kneipentouren, Semesteropenings oder WG-Abende.

Neue Leute kennenlernen ist hier, sofern man offen genug ist, sehr einfach. Schließlich sind die Meisten neu in der Stadt und wollen Anschluss finden.
Schnell bilden sich Grüppchen von eingeschüchterten Kleinstädtern, die Angst haben, allein dazustehen. Sie kletten aneinander und lachen hysterisch über ihre neuen Insiderwitze.

Ich weiß, zuhause habe auch ich meine Clique, aber das hier ist anders.
Wir haben uns irgendwann einfach gefunden und lieben gelernt - hier habe ich das Gefühl, dass die Leute sich untereinander nicht mal besonders gut leiden können und ich bin mir sicher, dass sich die meisten Grüppchen bald wieder trennen werden.
Wie auch immer, solche zwanghaften Gruppen sind nichts für mich und so bin ich mal hier und dort, suche mir Freunde zusammen wie ein Schmetterling, der von Blumenbeet zu Blumenbeet flattert.
Wirklich froh bin ich, gleich am ersten Tag vom Mathevorkurs eine Freundin getroffen zu haben, die das Ganze genau so sieht wie ich.
Ein Freund, der so tickt wie ich und die gleichen Interessen hat, ist mir eben viel lieber, als ein großes Rudel voller Oberflächlichkeit.
Und das wird der Rest sicher auch bald verstehen.

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Und was studiere ich nun?
Ich studiere die Geheimnisse des Lebens - man nennt diesen Studiengang auch Biochemie.

Früher wollte ich immer unbedingt nach Hogwarts und das Zaubern lernen.
Ich fand es unfair, dass es Magie nur in unserer Fantasiewelt gab, dabei lag ich so falsch.

Unsere Welt ist mindestens genau so magisch und unfassbar wie die von Harry Potter.
Seht euch einfach mal an: eure gesamte Existenz ist aufgebaut auf Atomen.
Ohne unsere Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung würde es Vieles, was uns so alltäglich erscheint, gar nicht wirklich geben.
Farben zum Beispiel. Aber ich schweife ab.

Diese Welt möchte ich zu verstehen lernen.
Daran mitwirken, um noch mehr Rätsel zu lösen und das Leben zu entschlüsseln.
In gewisser Weise bin ich also doch noch in Hogwarts angekommen, in meiner eigenen, magischen Welt.

Ich glaube, Biochemie hätte keiner von mir erwartet.
Aber seit wir Genetik in der Schule behandelt haben, weiß ich, dass es das ist, was mich am Meisten begeistert.
Klar, ich liebe die Fotografie und Design, aber ich möchte damit nicht mein Geld verdienen müssen.
Um dieses Studium zu bestehen, werde ich hart arbeiten müssen und ich bin bereit, dafür zu kämpfen.

Bis jetzt bringt es einfach Spaß, besonders das Zoologiepraktikum.
Es ist wohl meine zweite Seite, beim Sichten eines Pantoffeltierchens unterm Mikroskop (und nicht wie sonst bei neuen Schuhen) in Begeisterung auszubrechen.
(Unser Pantoffeltierchen, welches wir liebevoll Albert getauft haben, ist zwar am Ende der Stunde geplatzt und gestorben, aber das ist eine andere Geschichte...)

Kommen wir nun aber zum interessantesten Teil für alle Neustudenten/Menschen mit wenig Wohnraumfläche:

Natürlich bringt ein Umzug auch eine neue Bleibe mit sich.
Und in meine erste eigene Wohnung bin ich tatsächlich schon ganz verliebt.
Erst hatte ich Bedenken, allein zu wohnen, aber es ist überhaupt kein Problem und auch nicht so einsam, wie man es sich zu Anfang vorstellt.
Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl und geborgen in meinen eigenen vier Wänden.
Das hat sicher auch etwas damit zu tun, wie wohnlich man seine Wohnung einrichtet, denn manch andere Wohnungen, die ich bis jetzt gesehen habe, wirken eher wie ein steriles Hotelzimmer.

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Ich wohne in einem Apartmenthaus für Studenten.
Das heißt, ich habe eine Ein-Zimmer-Wohnung in einer Wohnanlage, in der nur andere Studenten und Auszubildene wohnen.
Außerdem haben wir ein paar Gemeinschaftsräume, falls man sich doch mal einsam fühlt oder Platz zum Lernen braucht.
Unser Hausmeister kümmert sich gewissenhaft um alles, der Innenhof ist immer sauber und ordentlich und auch meine Nachbarn sind trotz nächtlicher lauter Musik gut auszuhalten.

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Das Fazit dieses Posts ist einfach: Mir geht es gut hier und ich fühle mich wohl.

Natürlich braucht es seine Zeit, um sein Glück in einem neuen Ort zu finden und ich nehme mir dafür die Zeit, die ich brauche.
Man kann schließlich nicht erwarten, dass alles sofort perfekt passt, sondern sollte auch dafür arbeiten.

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Exploring Iceland: Von Reykjavik nach Akureyri - Part I


Island ist für jeden Reiseliebhaber und (Hobby-)Fotografen ein Ziel der Sehnsucht.
Aber wie sagt man so schön: Warte nicht darauf, bis sich deine Träume erfüllen, erfülle sie selbst!

Und das haben wir getan. Am 16 September ging es endlich mit Icelandair von Hamburg nach Keflavik.
Schon der Flug war ein kleines Highlight für sich, denn die isländischen Maschinen sind nicht nur allesamt nach Orten in Island benannt, sondern auf jedem Sitz stehen zusätzlich Informationen über das Land aus Eis und Feuer.
So stand zum Beispiel bei mir, dass jeder Isländer einen zweiten "Nachnamen" hat, nämlich den Namen des Vaters mit angehängtem -son für Sohn oder -dottir für Tochter.

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Keflavik ♥

Schon aus dem Flugzeug heraus konnte man sehr gut erkennen, wie farbenfroh und vielfältig Islands Landschaft ist.
Aus weiter Ferne konnten wir auch etwas rötlich Leuchtendes erkennen, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit war das der erste Ausläufer des Badarbunga - der Vulkan, der in den Medien herumschwirrt und die Europäer (bis auf die Isländer) in Angst und Schrecken versetzt.
Tatsächlich gab es nur vereinzelte Schwefelverwehungen, auf die man achten sollte, da sie ein starkes Unwohlsein hervorrufen sollten.
Gespürt haben wir davon glücklicherweise nichts und nach verfaulten Eiern stank es sowieso auf ganz Island, aber dazu in einem anderen Post mehr.

Am ersten Tag, der eigentlich nur noch ein halber war, holten wir unseren Mietwagen ab und erkundeten die Stadt.
Über Reykjavik werde ich noch einen gesonderten Post schreiben, in dem ich aus dem Schwärmen vermutlich nicht mehr herauskommen werde.

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3 Trolle in Reykjavik.

Am nächsten Tag starteten wir unsere Rundtour, die längste Reiseroute der ganzen Tour lag vor uns.
Von Reykjavik ging es an den Fjorden entlang nach Akureyri, die Hauptstadt des Nordens.

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Auch wenn die bekannten Sehenswürdigkeiten Islands auf ganz anderen Ecken liegen, war die Tour wunderschön.
Auf Islands reihen sich Kulissen an Kulissen, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und würde am Liebsten alle 5 Minuten anhalten.
Sogar so etwas Banales wie Steine sehen in Island irgendwie anders aus, verwunschen, als würde gleich ein Troll um die Ecke huschen.

Wenn man also die Möglichkeit hat, eine Rundtour zu machen, würde ich das jedem empfehlen.
Islands Natur ist überall märchenhaft, besonders fernab von Touristenanhäufungen.

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Es gibt mehr Schafe als Menschen auf Island.

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Islands Butterkekse sind toller Proviant und ungefähr 4x so dick wie Normale.

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Uralte Brücken findet man oft am Wegesrand.

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Aus den Bergen kommen tausende Wasserfälle hervor.

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Unsere Nacht verbrachten wir in einem Gästehaus in der Nähe von Akureyri, welches ich euch hier verlinke.
Das Hotel war klein aber gemütlich und es gab ein reichhaltiges Frühstücksbuffet.

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Akureyri am Morgen ♥







London in 1 1/2 Days.


Während ich den Sommer zuhause verbracht habe, geht es seit Ende August los mit den Abenteuern.
Neben 2 Aufenthalten in Bayreuth und dem baldigen Urlaub in Island, war ich auch noch 2 Tage mit einer Freundin (Laura) in London.

Doch dass es nach London gehen würde, war bis kurz nach der Buchung noch gar nicht klar, denn wir hatten uns entschieden, das Blind-Booking Angebot von Germanwings zu testen.

Das Blindbooking kostet pro Flug und Person 33€ und man erfährt erst nach der Buchung, wohin es einen verschlägt.
Dabei werden natürlich vorab eine Auswahl an Zielen angezeigt, damit man ungefähr weiß, für was man sich entscheidet.
Es gibt keinen Haken, außer dass man eben für Gepäck und Sitzplatzauswahl extra zahlen muss - für ein Wochenende klappt es aber auch recht gut ohne jegliche Extras.

Gewohnt haben wir bei Verwandten von Laura, was natürlich gerade für London sehr praktisch ist, da die Hotelpreise sonst wohl das Teuerste des ganzen Trips geworden wären.
Alternativ hätten wir uns wohl eine Wohnung über Airbnb gemietet.

2 Tage sind leider eine sehr kurze Zeit für eine riesige Metropole wie London, aber ich denke, wir haben das Beste daraus gemacht.

Am ersten Abend waren wir auf der Oxford Street unterwegs und sind bis zum Trafalgar Square gelaufen, mit kleinen Abstechern in Straßen wie die New Bond Street.
Dort haben wir in einem Supermarkt Obst, Aufstrich und Toast fürs Frühstück gekauft und sind mit der U-Bahn zu unserem Appartment.
Ich war froh, dass wir nicht besonders oft auf die U-Bahn angewiesen waren, denn es war sehr voll und sehr stickig, quasi meine persönliche Hölle in London (mit ein bisschen Dramatik).

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg zur Oxfordstreet, um noch ein wenig shoppen zu gehen, bevor der große Touristenansturm die Straßen bevölkerte.
Wir hatten einen ganz genauen Plan, in welche Läden wir gehen wollten, um nicht zu viel Geld auszugeben - was wider Erwarten auch gut funktioniert hat!

Gegen Mittag ging es dann los mit unser persönlichen Rundfahrt zu den wichtigsten Sightseeing-Punkten.
Da wir beide eine Oystercard dabei hatten, die ein Tageslimit von 5 Pfund hat, welches nicht überschritten wird, war unsere Bustour genau 35€ günstiger als die Angebote vor Ort.
Natürlich ist das Ganze etwas stressiger - aber wie lernt man eine Stadt besser kennen, als sich in ihr zu "verirren"?

Abends stand dann noch der Camden Market auf dem Programm, den ich zwar ziemlich cool fand, auf dem ich aber nicht wirklich etwas gefunden habe.
Anscheinend haben andere Personen dort mehr Finderglück.

Unser Glück bestand darin, dass wir an einem Donnerstag dort waren und es an diesem Tag den Night Market mit Essensständen, Bar und DJs gibt.
Wir haben uns für Pasta entschieden, die vor unseren Augen frisch zubereitet wurde und definitiv unser Essenshighlight des ganzen Urlaubs war!

Nun ist es aber an der Zeit, die Bilder für sich sprechen zu lassen.
Ich habe extra für euch versucht, ein paar individuellere Bilder als nur die Sehenswürdigkeiten herauszusuchen.


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Das einzig leckere Take-Away: Falafel-Hummus-Wraps
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Und schon wieder ein Harry Potter Moment!

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Laura Content ♥

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Plaids, please!

10 September 2014 | / / | 20 Kommentare

Vielleicht erinnern sich einige hartgesottene Harry Potter Fans noch an das folgende Zitat aus der Halbblutprinz: "So ist das Leben! So läuft es! Du gehst deinen Weg und eines Tages...Puf (und es ist weg)!"
(Zum Nachhören für alle Muggel)

Ich weiß nicht warum, wahrscheinlich hat mir das viele Harry Potter lesen als Kind doch geschadet, aber jedes Mal, wenn schon wieder ein Monat zuende ist und es so schnell ging, dass man es kaum bemerkt hat, dass alles so schnell an einem vorbeigezogen ist, da erwische ich mich dabei, wie ich wieder 'puf' denke. Puf, schon wieder ist ein Monat um. Puf, Sommer, puf, Herbst.

Ausnahmsweise freue ich mich über den Jahreszeitenwechsel, denn der Herbst ist meine liebste Jahreszeit.
Kuschelige Strickcardigans und Wollpullis werden aus dem Schrank geholt, ein warmer, weicher Schal schützt vor den ersten kalten Tagen.
Docs und andere Boots können wieder ohne Hitzekoller getragen werden.
Das Laub färbt sich bunt und die Herbstsonne leuchtet golden. Dabei entstehen die besten Fotos des Jahres.
Man hat kein schlechtes Gewissen mehr, wenn man mit einem Kakao vor dem Fernseher sitzt und eine DVD schaut.
Es gibt endlich wieder ganz viele Gerichte mit Kürbis!

Außerdem bin ich ein Herbstkind, Ende September feiere ich meinen Geburtstag.

Und was sind eure Herbst-Highlights? :)

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Hier ist jedenfalls mein erster Herbstlook des Jahres für euch.
Ich habe endlich auch das Plaidmuster für mich entdeckt und man hört es munkeln, dass ich damit mal wieder voll im Trend liege - äh, dass dieses Muster auch diesen Herbst wieder voll im Trend ist.
Wie auch immer kann ich diese Musterkombination ja auch nur tragen, weil es momentan sehr viele Muster wie diese in den (Online)shops gibt.

Die Docs habe ich übrigens für nur 60€ aus dem Amazon Season Sale gerettet, der Schal ist von der Marke Marie Lund via Van Graaf.
Das Coole an den Boots ist, dass sie durch eine spezielle Technik trotz der Schnürringen wasserdicht sind und somit als meine neuen Regenstiefel im Kampf gegen die Fluten in Island fungieren.




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